Entstehung von politischen Mythen – SPD besuchte das Haus der Geschichte in Bonn

Die hohen sommerlichen Temperaturen waren für die SPD-Stadtratsfraktion und deren Gäste kein Hindernis zum Haus der Geschichte nach Bonn zu fahren. Bei der Ankunft wurden sie im Foyer des Hauses von einer Mitarbeiterin des Besucherdienstes schon erwartet.

Die Führung erfolgte dialogorientiert durch die Wechselausstellung „Deutsche Mythen seit 1945“. Mythen, so die Erläuterung, sind Geschichten, die fast alle kennen und erzählen. Die Führung startete geschichtszeitlich mit der Besetzung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg 1945. Beeindruckend waren die im Original ausgestellten Fahnen für eine Begrüßungsparade der Alliierten in Berlin. Da man Flaggen und Fahnen nicht im Laden kaufen konnte, wurden sie kurzerhand aus alten Wehrmachtsuniformen, Bettwäsche und Tischwäsche genäht.

Im weiteren Teil des Rundgangs wurden die geschichtlichen Hintergründe zur Bildung der beiden deutschen Staaten, deren getrennte Entwicklung bis zur „Friedlichen Revolution 1989“ und die gemeinsame Geschichte seit der Wiedervereinigung bis heute erläutert. Auch ein Stahlträger aus dem Terroranschlag vom 11. September in New York und ein Flüchtlingsboot über das Mittelmeer befanden sich unter den Ausstellungsexponaten. Anhand von Beispielen wie der VW-Käfer, das Medikament Asperin und dem Rotkäppchen-Sekt wurde lebhaft veranschaulicht, wie Politik, Wirtschaft und Medien gezielt Mythen geschaffen haben.

Besonderes Interesse fand ein ausgestellter VW-Bus, der einmal als Hippie-Bus fungierte, die Schaufensterdekoration eines Warenhauses sowohl für Kleidung als auch für die ersten tragbaren Radiogeräte, die den Anfang der heute so beliebten „Musik to go“ sind. Zum Abschluss stellte eine Besucherin fest, dass die junge Führung uns die Geschichte vor Augen geführt hat, die wir Älteren erlebt haben.

  

 

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